Digitalisieren

Auf dieser Seite zeige ich, wie ich beim Digitalisieren von Kassetten, dem mit Abstand meistverwendeten Medium für die Aufzeichnung von Mitschnitten, vorgehe. Das Prinzip ist bei anderen Medien wie DAT-Kassetten oder Tonbändern das Gleiche.

1. Wiedergabegeräte
Das Abspielen der Kassetten erfolgt ausschließlich mit Geräten der Firma Studer bzw. ReVox der Typen A721, A710 und B215. Die Geräte wurden in den vergangenen Jahren vollständig revidiert.

Bevor es losgeht werden die Tonköpfe gereinigt. Da das Band am Tonkopf entlang gezogen wird, entsteht ein Abrieb, der sich mit der Zeit auf den Tonköpfen sammelt und die Wiedergabequalität beeinträchtigt. Das Reinigen der Tonköpfe ist sehr einfach: Ein Wattestäbchen wird mit einem Tropfen Isopropanol (Reinigungsalkohol) beträufelt und so der Abrieb von den Tonköpfen und den Capstanwellen entfernt.

ReVox B215 Tonkopfreinigung

Durch die Magnetisierung des Bandes werden die Tonköpfe mit der Zeit selbst magnetisch, was sich ebenfalls negativ auf die Wiedergabe auswirken kann. Mit einer Entmagnetisierungsdrossel kann dies rückgängig gemacht werden. Ich verwende einen Head Demagnetizer AH-20 von Akai, welcher sehr praktisch ist, da er auf Knopfdruck entmagnetisiert. Die Benutzung von normalen Entmagnetisierungsdrosseln ist etwas umständlicher und zuvor sollte man sich auf jeden Fall die Bedienungsanleitung zu Herzen nehmen.

ReVox B215 Entmagnetisierung

Da DAT- und VHS-Geräte eine aufwendigere Mechanik und Bandführung verwenden, und die Tonköpfe von außen nicht zugänglich sind, sollte eine Reinung dem Fachmann überlassen werden. Ausführlichere Informationen zu den verschiedenen Medien und Abspielgeräten sind außerdem hier zu finden.

Nach dem Einlegen der Kassette wird das Band einmal komplett vor- und zurückgespult. Da die Kassetten mit verschiedensten Geräten aufgenommen wurden, wird anschließend der Azimuth des Tonkopfes eingestellt, damit dieser exakt die aufgenommenen Spuren trifft. Nur so können auch die höheren Frequenzen optimal wiedergeben werden.

2. Analog/Digital-Wandler und Soundkarte

Die eigentliche Digitalisierung erfolgt mit einem 8-fach Analog/Digital-Wandler des Herstellers RME, an welchem neben dem Kassettengerät auch VHS-Rekorder und Bandmaschinen angeschlossen sind. Werden Geräte verwendet, die keinen Studiopegel ausgeben, ist ein Symmetrierverstärker von Lake People vorgeschaltet, um den Pegel anzupassen.

RME ADI-8 DS und Lake People OCTO-BAL F80

Dieser Analog/Digital-Wandler gibt über einen optischen Ausgang ein ADAT-Signal aus, welches über eine Glasfaserleitung zur Soundkarte geführt wird. Diese ist ebenfalls vom Hersteller RME und bietet neben ADAT-Ein- und Ausgängen auch analoge und AES/EBU- bzw. S/PDIF-Anschlüsse, von welchen letztere für den Anschluss von DAT- und MiniDisc-Rekordern verwendet werden.

RME Hammerfall HDSP 9632

Die Soundkarte RME HDSP 9632 bietet (wie alle RME-Soundkarten) über den mitgelieferten Treiber eine optimale Übersicht über die Ein- und Ausgangssignale, welche über den Mixer oder eine Matrix auch frei verschaltbar sind.

Mixer der RME HDSP9632

Während der gesamten Digitalisierung wird das Audiosignal überprüft. Hierfür sind zwei PortaMonitor 1062X-PLUS des Herstellers RTW im Einsatz, welche Pegel, Frequenzgang und das Stereobild anzeigen.

RTW PortaMonitor

3. Aufnahmeformat und Aussteuerung

Die Digitalisierung erfolgt mit einer Abtastrate von 44,1 kHz und eine Bittiefe von 16 Bit. Dies entspricht CD-Qualität. Bei der Überspielung von DAT-Kassetten oder MiniDiscs legt das Quellmedium die Werte bereits fest. Daher erfolgt die Überspielung in diesen Fällen im vorliegenden Format.

4. Software

Ich arbeite ausschließlich mit der Software Adobe Audition in mittlerweile der älteren Version 3.0, welche für diesen Zweck allerdings vollkommen ausreichend ist.
Zunächst wird der gewünschte Eingangskanal der Soundkarte ausgewählt.

Aufnahme in Adobe Audition

Anschließend wird das Aufnahmeformat ausgewählt und die Aufnahme gestartet.

Wahl des Audioformat für die Aufnahme in Adobe Audition

Aufnahme in Adobe Audition

Nach dem Ende der Aufnahme wird die Datei abgespeichert. Bei Mitschnitten, die über mehrere Kassettenseiten oder Kassetten gehen, werden die einzelnen Dateien zuvor zu einer Datei zusammengefügt.

Speichern der Aufnahme in Adobe Audition

Speichervorgang in Adobe Audition

Zuletzt wird die Datei auf die Archiv-Festplatten verschoben und der Mitschnitt in der Datenbank erfasst.

Eintrag in Archivdatenbank

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