Digitalisieren: Begriffe


S/PDIF
und AES/EBU
Die Abkürzugen S/PDIF (Sony/Philips Digital Interface) und AES/EBU (Audio Engineering Society/European Broadcasting Union) stehen für das meistverwendete digitale Audioübertragungsformat. S/PDIF und AES/EBU sind grundsätzlich miteinander kompatibel. AES/EBU sieht zusätzliche Daten vor und verwendet höhere Signalpegel, die im für den Heimanwenderbereich gedachten S/PDIF nicht vorgesehen sind. Die meisten Geräte akzeptieren an ihren S/PDIF-Schnittstellen auch AES/EBU-Signale und umgekehrt. AES/EBU wird meist über symmetrische Verbindungen mit XLR-Steckern übertragen, S/PDIF dagegen über unsymmetrische Verbindungen mit Cinch-Steckern oder optisch über Toslink-Steckverbindungen.

ADAT
Die Abkürzung ADAT (Alesis Digital Audio Tape) steht eigentlich für ein von der Firma Alesis entwickeltes digitales Mehrspur-Aufzeichnungsgerät. Alesis hat hierzu ein eigenes Übertragungsformat entwickelt, das auch in vielen anderen Bereichen Anwendung findet und über eine optische Verbindung (Toslink) acht digitale Audiokanäle mit bis zu 48 kHz Abtastrate übertragen kann.

Abtastrate (Samplingrate, Samplingfrequenz)
Die Abtastrate bestimmt, wie oft das analoge Audiosignal bei der Umwandlung in digitale Werte abgestastet wird. Eine Abtastrate von z. B. 44,1 kHz bedeutet, dass pro Sekunde 44100 digitale Werte aus dem analogen Signal erzeugt werden. Die Abtastrate muss mindestens doppelt so groß sein, wie die höchste zu übertragende Audiofrequenz (Nyquist-Shannon-Abtasttheorem). Das menschliche Gehör kann Frequenzen von ca. 20 Hz bis ca. 20 kHz wahrnehmen, was eine Mindestabtastrate von 40 kHz erfordert, um auch die höchsten, für uns wahrnehmbaren Frequenzen zu übertragen. Standardwerte für Abtastraten sind 44,1 kHz, 48 kHz, 96 kHz oder 192 kHz. Bei einer Abtastrate von 32 kHz können nur Frequenzen bis maximal 16 kHz übertragen werden. Je höher die Abtastrate ist, desto genauer kann das ursprüngliche, analoge Audiosignal reproduziert werden. Audio-CDs verwenden immer eine Abtastrate von 44,1 kHz.

Bittiefe
Die Bittiefe bestimmt den möglichen Dynamikbereich. Bei einer Bittiefe von 16 Bit sind 65536 unterschiedliche Werte möglich, welche einen Dynamikbereich von 96 dB ermöglichen. Auch hier gilt: Umso größer die Bittiefe ist, desto genauer kann jeder einzelne digitale Wert den ursprünglichen, analogen Wert darstellen. Audio-CDs verwenden immer eine Bittiefe von 16 Bit.

Dynamikbereich
Der Dynamikbereich definiert den leisesten möglichen und lautesten möglichen Punkt. Je höher der Dynamikbereich ist, desto genauer kann das ursprüngliche analoge Signal reproduziert werden. Der Dynamikbereich wird durch die Bittiefe festgelegt.

Phasenfehler
Ein Phasenfehler liegt vor, wenn einer der beiden Stereokanäle verpolt ist, d. h. der positive mit dem negativen Leiter vertauscht wurde. Dies hat zur Folge, dass der zugehörige Lautspecher sich genau entgegengesetzt dem anderen Lautsprecher bewegt. Ein Phasenfehler kann durch ein Stereosichtgerät (Goniometer) sichtbar gemacht werden, er ist aber auch deutlich hörbar: Ohne Phasenfehler befindet sich ein Signal, das auf beiden Kanälen gleich laut ist, für den Hörer genau in der Mitte der zwei Lautsprecher. Mit einem Phasenfehler auf einem der beiden Kanäle ist der Sprecher nicht zu orten, er scheint von irgendwo im Raum zu kommen und nicht aus der Mitte der beiden Lautsprecher.

Synchronisation (Sync, Takt, Clock)
Werden mehrere digitale Audiogeräte miteinander verbunden, müssen alle Geräte synchron zueinander und mit der gleichen Abtastrate laufen. Bei der Überspielung z. B. einer DAT-Kassette bietet es sich an, den Takt des Wiedergabegeräts als Taktquelle für das Aufnahmegerät zu verwenden. Dies kann entweder über die digitale Audioschnittestelle (S/PDIF oder AES/EBU) oder über eine eigene Takt-Verbindung (Wordclock) geschehen, wenn beide Geräte diese Möglichkeit bieten. Ist es nicht möglich, das Aufnahmegerät über eine dieser beiden Wege zu synchronisieren, was bei nicht-professionellen Geräten/Soundkarten oft der Fall ist, muss zumindest die zum Wiedergabegerät passende Abtastrate gewählt werden. Dies ist allerdings nicht empfehlenswert und Störungen sind dann nicht auszuschließen.

Menü
digiandi.de - Das Hörfunkarchiv