Sonifex Sentinel+ Index

Sonifex Sentinel+ Index

Programmanbieter sind in vielen Ländern gesetzlich dazu verpflichtet, Mitschnitte ihrer Sendungen über einen gewissen Zeitraum (meist mehrere Monate) aufzubewahren. Landesmedienanstalten oder andere Stellen haben im Verdachtsfall dann Zugriff auf diese Mitschnitte, um überprüfen zu können, was der Anbieter tatsächlich gesendet hat.

Bevor durch die großen Speicherkapazitäten heutiger Festplatten Computer die Aufgabe des Mitschnitts übernommen haben, gab es verschiedene Möglichkeiten, möglichst einfach und kostengünstig einen rund um die Uhr-Mitschnitt anzufertigen. Am meisten eingesetzt wurden langsam laufende Bandmaschinen, mit denen bei einer Geschwindigkeit von 2,4 cm/s über 24 Stunden auf eine Tonband-Spule passten. Die Qualität ist hier sehr eingeschränkt, aber für den Zweck der Dokumentation vollkommen ausreichend. Eine oft genutzte Alternative waren vor allem ab Ende der 1980er Jahre Hifi-VHS-Kassetten. Hier passen im Longplay-Modus acht Stunden auf eine VHS-Kassette – und dies in hervorragender Stereo-Qualität. Diese Mitschnitte konnten aufgrund der guten Qualität sogar nochmal für das Programm genutzt werden.
Normalerweise wurden die Bänder mehrmals verwendet. D. h. nach dem Ablauf der Aufbewahrungsfrist wurden die Bänder wieder überspielt. Manchmal hat aber das ein oder andere Band überlebt und kann heute als rares Dokument betrachtet werden, denn nur selten wurden an anderer Stelle so lange, durchgänginge Mitschnitte erstellt. Sowohl die Tonbänder als auch die VHS-Kassetten lassen sich natürlich auch noch heute auf entsprechenden Geräten abspielen.

In den 1990er Jahren hielt die Computertechnik auch Audiobereich Einzug. Die ersten PC-Schnittsysteme kamen auf den Markt und auch im Bereich der Mitschnittsysteme gab es neue Möglichkeiten. Ein solches System ist das „Sentinel+ Index“ des britischen Herstellers Sonifex.
Sentinel+ zeichnet bis zu acht Mono- bzw. vier Stereokanäle auf eine interne Festplatte auf und ermöglicht den anschließenden Export auf DDS-Kassetten. DDS-Kassetten basieren auf der DAT und sind zum Teil auch kompatibel (Unterschiede sind z. B. die Dicke des Bandes). Sie dienen eigentlich als Backup-Medien für größere Datenmengen (z. B. in Firmennetzwerken) und waren über lange Zeit weit verbreitet. Sentinel+ exportiert in einem eigenen Format auf diese Kassetten, sodass zur Wiedergabe auch ein Sentinel+ Gerät notwendig ist. Die Laufzeit einer Kassette ist variabel und hängt von der Anzahl der Kanäle und der gewählten Qualitätsstufe ab. Auf eine 120 Meter DDS2-Kassette passen so zwischen 336 Stunden bei einem Kanal und einer Samplingrate von 6 kHz und acht Stunden bei acht Kanälen und einer Samplingrate von 32 kHz. Sentinel+ verwendet zur Datenreduktion den Codec apt-X 100.

Mir ist es gelungen, aus insgesamt drei dieser mittlerweile seltenen Geräte, die überwiegend von Mitte der 1990er bis Mitte der 2000er im Einsatz waren, ein lauffähiges Gerät zusammenzubauen, mit dem alle Qualitätsstufen mit bis zu acht Kanälen abgespielt werden können.

Sonifex Sentinel+

Sonifex Sentinel+ Frontansicht

Sonifex Sentinel+ Display Sonifex Sentinel+ Display

Sonifex Sentinel+ Innenansicht

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