Tonband

Tonband

Das 1/4 Zoll Tonband ist der große Bruder bzw. eigentlich der Vater der Compact Cassette. Hifi-Freunde haben dieses der Kassette vorgezogen und in Hörfunkproduktion und -sendung war es bis Anfang der 2000er Jahre Standard. Abhängig von der Laufgeschwindigkeit (2,4 cm/s bis 38 cm/s) ist die Tonqualität sehr unterschiedlich. Professionelle Bänder (wie dieses BASF PER 528 – links), die mit entsprechenden Bandmaschienen wie z. B. den ARD-Standards AEG Telefunken M15A oder Studer A816 aufgenommen wurden, bieten Masterqualität.

Tonbänder

Auf dem Bild links ein professionelles Band auf einem sogenannten „Bobby“ (freiliegendes Band), wie es in Hörfunkproduktion und -sendung bis Anfang der 2000er Jahre üblich war, rechts eine typische Spule mit Dreizack, wie sie im Heimbereich verwendet wurde.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten auf ein Tonband aufzunehmen. Im Heimbereich wurde meist mit Viertelspur, im Studio- und Rundfunkbereich mit Halbspur aufgezeichnet.

Tonband Spurlagen

Das Band hat in allen Fällen eine Breite von 1/4 Zoll (= 6,3 cm), es wird aber für Viertelspur- bzw. Halbspur-Aufnahmen jeweils ein entsprechender Tonkopf benötigt. Spielt man mit einem Halbspur-Tonkopf ein Viertelspur-Tonband ab, hört man die Aufnahmen beidener Laufrichtungen gleichzeitig, eine davon rückwärts.

Halbspur-Tonkopf Vierspur-Tonkopf

Links: Tonkopf für Halbspur (hier von einer Otari BX-56)
Rechts: Tonkopf für Viertelspur (hier von einer Uher SG 561 Royal)

Im Gegensatz zu Kassetten gibt es bei Tonbändern auch verschiedene Geschwindigkeiten, mit denen aufgezeichnet werden kann:

2,4 cm/s (= 15/16 Inch/s)
4,75 cm/s  (= 1 ⅞ Inch/s)
9,5 cm/s (= 3 ¾Inch/s)
19 cm/s (= 7 ½ Inch/s)
38 cm/s (= 15 Inch/s)

Geschwindigkeits-Wahlschalter einer Uher Royal

Vor allem 9,5 und 19 cm/s wurden im Heimbereich verwendet, 38 und seltener 19 cm/s im Studio- und Rundfunkbereich. Die beste Qualität für eine Stereoaufnahme wird mit Halbspur Stereo bei 38 cm/s erreicht. In der Anfangszeit der Tonbandtechnik im Rundfunkbereich wurde noch die doppelte Geschwindigkeit (76 cm/s) verwendet. Mit der Zeit wurde die Qualität der Geräte und Bandmaterialien jedoch immer besser, sodass 38 cm/s ausreichend waren.

Im Rundfunkbereich wurde teilweise das Rauschunterdrückungsverfahren Telcom C4 der Firma Telefunken eingesetzt.

Telcom C4

Telcom C4 Expander des Herstellers ANT, welcher in den Audioweg eingeschleift wird.

Folgende Abspielgeräte sind bei mir im Einsatz:

AEG Telefunken Magnetophon 15 A (M15A)
Professionelle Bandmaschine für Halbspur-Aufnahmen bei 19 und 38 cm/s. Falls notwendig, kann ein Telcom C4 Expander eingeschliffen werden. Die M15A war über Jahrzehnte die Standard-Bandmaschine des ARD-Hörfunks.

AEG Telefunken Magnetophon 15 A (M15A)

AEG Telefunken M15A Tonköpfe

Otari BX-56
Professionelle Bandmaschine für Halbspur-Aufnahmen bei 19 und 38 cm/s. Falls notwendig, kann ein Telcom C4 Expander eingeschliffen werden.

Otari BX-56

ReVox A77 MK IV
Hifi-Bandmaschine für Viertelspur-Aufnahmen bei 9,5 und 19 cm/s und einer Spulengröße bis zu 26,5 cm.

ReVox A77 MK IV

ReVox A77 MK II
Hifi-Bandmaschine für Halbspur-Aufnahmen bei 9,5 und 19 cm/s und einer Spulengröße bis zu 26,5 cm.

ReVox A77 MK II

ReVox A77 Tonköpfe ReVox A77 Tonköpfe

Uher SG 561 Royal
Bandmaschine für Viertelspur- und Halbspur-Aufnahmen, die neben den Abspielgeschwindigkeiten 9,5 und 19 cm/s auch 2,4 und 4,75 cm/s unterstützt (Spulengröße bis zu 18 cm).

Uher SG 561 Royal

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