Archivieren

Wer viel Zeit und Arbeit in das Digitalisieren gesteckt hat, sollte sich auch Gedanken darüber machen, wie er das digitalisierte Material für die Zukunft sichert. Auch wenn die digitale Welt rund um den Computer sehr viele Vorteile bietet, so birgt die Technik auch einige Gefahren, welche Laien oft gar nicht kennen oder zumindest unterschätzen.

Ein häufiger Fehler: Archivieren auf optische Datenträger (CD, DVD, Blu-Ray).
Diese Datenträger sind sehr anfällig für Staub, Schmutz und Hitze. Selbst qualitativ gute Rohlinge können schon nach einigen Jahren nicht mehr lesbar sein – trotz guter Lagerung. Nur CDs/DVDs/Blu-Rays aus dem Presswerk bieten eine gute Datensicherheit und sind auch nach knapp dreißig Jahren noch zuverlässig lesbar. Eine entsprechend gute Lagerung ist aber auch hier Voraussetzung.

Wie archiviert man also richtig?
Eine sehr sichere Variante ist eine doppelte Sicherung auf Festplatten, welche ich auch für mein Archiv nutze.

Das aktuelle Archiv, zu dem regelmäßig neues Material hinzukommt, befindet sich hierbei auf einem RAID-Festplattenverbund, welcher aus zwei baugleichen Festplatten besteht. Hier sorgt eine den Festplatten vorgeschaltete Elektronik dafür, dass sämtliche Daten, die geschrieben werden sollen, automatisch auf beiden Festplatten abgelegt werden. Dieser sogennante RAID 1-Modus – auch „Spiegeln“ genannt – stellt dem Betriebssystem eine Festplatte bereit (es erscheint also nur ein Laufwerk im Betriebssystem), physikalisch existieren aber zwei Festplatten, auf denen jeweils alle Daten vorhanden sind. Fällt also eine der beiden Festplatten aus, entsteht kein Datenverlust, da sämtliche Daten noch auf der zweiten Festplatte vorhanden sind. Nachdem das defekte Laufwerk ersetzt wurde, kopiert die Elektronik automatisch wieder alle Daten auf das neue. Derartige RAID-Systeme sind als Netzwerk- oder USB-Systeme in verschiedenen Größen und Ausbaustufen erhältlich.

RAID-Systeme

Zusätzlich kopiere ich alle Daten auf eine weitere USB-Festplatte, welche nicht dauerhaft an einem PC angeschlossen ist und an einem anderen Ort aufbewahrt wird. Diese Festplatte wird natürlich regelmäßig aktualisiert. Sollte durch einen Softwarefehler, einen Virus bzw. andere Schadsoftware oder eine Unachtsamkeit Datenverlust auf dem RAID-System entstehen, sind so alle Daten – zumindest bis zu einem gewissen Datum – wiederherstellbar. Denn: Ein RAID-System speichert zwar alle Daten auf beiden Festplatten, löscht diese aber auch immer von beiden. Würde man von einem noch größeren Schaden (Brand, Wassereinbruch etc.) ausgehen, ist durch die Lagerung an einem anderen Ort diesem ebenfalls vorgesorgt.

Diese Sicherungsmethode lässt sich natürlich auch auf Videos, Fotos, Musik etc. anwenden. Wer früher seine Fotoalben gehütet hat, sollte seine digitalen Fotos ebenfalls nicht ohne Sicherung archivieren.

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